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Riesenschritt Richtung Regionalliga oder: Gerade noch mal gutegegangen!

13.01.2019 19:32 Kategorie: Seniorenmannschaften
Von: Christian Tagsold

Der Kampf heute war unglaublich spannend und wogte hin und her. Erkrath hätte eigentlich mindestens ein 4:4 verdient gehabt, das 4,5:3,5 war beinahe die Höchststrafe für die Nachbarstädter. Aber der Reihe nach. Erst einmal begann alles verspätet, weil wir der Schlüssel nicht habhaft wurden. Der Platzwart war nicht an seinem Platz und wir konnten mit größten Mühen erst kurz nach 10 Uhr anfangen. Aber Erkrath erwies sich als geduldiger Gegner, der dann einen umso größeren Kampf lieferte. 

Dabei waren die ersten vier Partien relativ bald nach dreieinhalb Stunden entschieden und auch mehr oder minder klare Angelegenheiten. Norbert J. unterschätzte an Brett 6 einen taktischen Einschlag. In der Folge war dem gegnerischen Druck nicht mehr beizukommen und Erkrath ging in Führung. Die zwischenzeitliche Erkrather Führung am Nachbarbrett machte es meinem Gegner an Brett 5 leichter, seine Partie ebenfalls aufzugeben; ein Verzweiflungsopfer hatte die überhastete Spielanlage nicht mehr kitten können und so war nach knapp 30 Zügen schon nichts mehr drin. Dann gingen wir erstmals kurz in Führung. André hatte an Brett 7 seinem Gegner schnell zwei Bauern abgenommen und sogar noch einen dritten dazubekommen. Die technische Umsetzung war völlig problemlos. Leider verlor dann Alptug an Brett 1, wobei das noch die komplexeste Partie von allen war, denn Alptug hatte zwischenzeitlich eine sehr aktive und an sich vielversprechende Stellung gehabt. 

Diesen Punkt hätten wir gebraucht, um meine Nerven zu beruhigen. Um halbzwei stand es unentschieden, aber die restlichen Partien verhießen wirklich nichts gutes. An keinem der vier Bretter standen wir besser, an mindestens zweien doch deutlich schlechter. Die Erkrather hofften auf ein 4:4, aber das war aus meiner Sicht ein schon eher bescheidener Wunsch, denn Gedanken an einen 5:3-Auswärtssieg wäre sicherlich auch nicht vermessen gewesen. Lennart war an Brett 4 in einem sehr passiven Endspiel gelandet, das für einen Bot vermutlich halbwegs problemlos haltbar gewesen wäre, für menschliche Spieler aber extrem unangenehm. Sein Gegner schaffte es aber tatsächlich, die Stellung wegzuwerfen – vielleicht war sogar die Schlussstellung für ihn noch nicht verloren, aber er war da schon völlig frustriert. Es ging wundersam weiter. An Brett 8 kämpfte sich Norbert H. aus einer sehr gedrückten Stellung heraus und konnte tatsächlich ebenfalls gewinnen. Dabei war die Wendung bei Norbert noch am nachvollziehbarsten, wenngleich trotzdem eher glücklich. Urplötzlich lagen wir jedenfalls mit 4:2 vorne. 

Trotzdem hätten die Erkrather noch mit ihrem Wunschergebnis nach Hause fahren können. Vladi rettete aber an Brett 3 ein Springerendspiel, das auf den ersten Blick völlig verloren aussah, auf den zweiten kleine Chancen zum Remis bot, objektiv aber doch hinüber gewesen sein sollte. Doch Vladis Gegner verlor den Faden und wir hatten mit dem Remis den Mannschaftssieg tatsächlich schon in der Tasche. Das 4,5 war dann freilich nur beinahe die Höchststrafe für Erkrath, da es bei Julian munter weiter mit den wundersamen Wendungen ging. Julian hatte ein schlechteres Endspiel eigentlich wohl in den Remishafen geführt… …um sich dann einzügig mattsetzten zu lassen! Seine anschließende Frustration über sechs Stunden vergebene Liebesmühe war mehr als verständlich. Dieser Abschluss des Kampfes war in der Tat extrem bitter, aber die bisherige Saisonleistung von Julian ist natürlich mit jetzt 4 aus 5 weiterhin überragend. Noch bitterer dürfte das Gesamstergebnis 4,5:3,5 sowieso für die Erkrather gewesen sein. Dass das Team am Ende noch über eine lockere Bemerkung von mir lachen konnte, zeigt beispielhaft, das wir großartige und sehr nette Gäste hatten, die wir sehr gerne nächste Saison wieder sehen würden! Umso mehr weil spanndende Kämpfe dann doch der eigentlich Spaß sind, unabhängig von Sieg oder Niederlage (was sich für mich heute wohl leichter sagt, als für Erkrath…).

Erkrath wird sich ein wenig strecken müssen, um doch noch in die Regionalliga zu kommen, hat aber ein machbares Restprogramm. Ansonsten ist die Liga ziemlich unübersichtlich. Unser nächster Gegner, die SG Elberfelder II hat etwas überraschend gegen Wesel I verloren, während die Rheinhausener im Duisburger Duell gegen die SG Meiderich/Ruhrort gewannen. Auch diese beiden Matches endeten jeweils mit 4,5:3,5, was zeigt wie eng es zugeht. Einzig Hochneukirch konnte sich etwas komfortabler gegen Ratingen III durchsetzen. Damit liegen sage und schreibe fünf Teams mit 6:4 Punkten auf dem geteilten zweiten Platz! Wir sind dagegen verlustpunktfrei – nach heute sicherlich glücklich – Tabellenführer und brauchen wohl nur noch einen Mannschaftssieg, um unter die ersten vier und damit in die Regionalliga zu kommen. Allerdings müssen wir noch gegen vier der fünf zweitplatzierten spielen, was es sicher nicht ganz einfach machen wird.  Aber vielleicht kriegen wir ja doch noch einmal ein 6:2 hin. Gegen den geteilten zweiten Wesel hat das ja schon geklappt. Erkrath wäre mit ein paar Siegen von uns sicher auch geholfen…