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Dem Sturm davon gelaufen

09.02.2020 17:51 Kategorie: Seniorenmannschaften
Von: Christian Tagsold
Sturm Ela 2014

Sturm Ela 2014

Heute hatte sich der PSV Duisburg angemeldet und die Zeichen standen auf Spitzenspiel, da wir sowohl in Mannschaftspunkten wie auch Brettpunkten gleichauf die Tabelle anführten. Und der Kampf war letztendlich an Spannung kaum zu überbieten. Wir sind auf jeden Fall gerade noch einmal dem Orkan, der sich über unseren Köpfen schon zusammengebraut hatte, mit viel Glück entkommen. Am Ende stand ein 4,5:3,5 für uns zu Buche – wobei kaum eine der acht Partien besonders geradlinig war und mit einem besonders logischen Ergebnis geendet hätte!

An Brett 4 hatte es Vladi mit einem alten Haudegen zu tun bekommen, der gleich eine seltene Variante aufs Brett brachte. Vladi war ein wenig in Sorge, in die Vorbereitung seines Gegners zu laufen, und wählte deshalb ein unkritisches Abspiel, so dass er wenig aus der Eröffnung holte. Trotz Damentauschs wurde es dann jedoch sehr schnell taktisch und hier verlor Schwarz den Faden. Da beide ihre Züge schnell aufs Brett gebracht hatten, konnte Vladi so schon nach zwei Stunden den ersten vollen Punkt für uns einfahren. Zu diesem Zeitpunkt sah es eigentlich nicht allzu schlecht aus. Julian stand an Brett 1 sehr dominant und Lennart an 2 ebenfalls. Julian hatte zwar schon etwas Zeitprobleme, doch die Stellung wirkte noch nicht besonders bedrohlich. Dafür hatte ich mit Schwarz schnell viel Druck aufbauen können, ebenso wie an Brett 6 Fabian. André wiederum hatte einen Gambitbauern angenommen und dafür das Zentrum abgegeben, so dass es hier nicht ganz so locker aussah. Dafür hatte Dirk am letzten Brett eine Qualität einheimsen können, wenngleich unklar war, wie der Materialvorteil hätte direkt verwertet werden können.

Bis ein Uhr hatte Duisburg mehr Fortschritte erzielt als wir. Fabian hatte sich veropfert und verloren. Julian hatte mit wenig Zeit seine Stellung weggeworfen. Zudem stellte Julius noch einen Bauern ein und musste sich ins Remis retten. Dafür hatte ich meinen Druck in Zählbares ummünzen können und zum 2,5:2,5 ausgeglichen. Freilich war André in einen Opfersturm geraten und Lennart hatte kurz vor der Zeitkontrolle eine Qualität eingestellt. André konnte gerade noch in ein Endspiel entwischen, nur leider mit einer Figur weniger, also nicht wirklich vielversprechend. Dirks Partie sah zwar immer noch gut aus, aber auch nicht unbedingt gewonnen, so dass uns Böses schwante – auf jeden Fall hatte Dirk den Auftrag, zu gewinnen. Das ging nur durch die Rückgabe der Qualität. Nur leider wählte er einen extrem ungünstigen Zeitpunkt und verlor gleich auch noch die zweite Qualität, so dass er nun ums Remis kämpfen musste. Ab hier sah es sehr nach einer Niederlage für uns aus. Draußen vor der Schwimmbadkasse bangten die unseren, während die Duisburger eher hofften, wobei die Atmosphäre sehr freundschaftlich-lustig war. Zwischendurch waren auch Teile unsere zweiten Mannschaft als Zuschauer zu uns gestoßen, die heute schnell und überzeugend Gerresheim IV mit 6:2 besiegte – und das zu siebt, nachdem Alex in letzter Sekunde hatte absagen müssen. Doch selbst Norbert H. war nicht mehr allzu optimistisch.

Immerhin konnte Lennart seine Stellung halten. Dass er wohl knapp genug Kompensation für die Qualität hatte, zeigt, wie dominant seine Stellung vor dem Einsteller gewesen war. Und dann trickste André seinen Gegner brutal aus, brachte seine Bauern zum laufen und plötzlich waren wir mit 4:3 vorne! Schon diese Wendung war unglaublich genug, doch Dirk konnte seine Stellung sogar noch ins Remis retten: Bei ziemlichen vielen Bauern auf dem Brett hatte sich alles bis auf Dame+Läufer gegen Dame+Turm runtergetauscht. Hätte der Duisburger zwei Mal ziehen dürfen, hätte er direkt mattsetzen können, aber Dirk konnte alle Drohungen gerade so eben damit kontern, dann Dauerschach zu haben. Zudem war am Ende noch nicht einmal ganz klar, ob das Endspiel Turm gegen Läufer sicher gewonnen gewesen wäre. So gingen wir schlussendlich doch noch völlig unerwartet als Sieger aus dem Rennen! Die Duisburger, sowieso sehr nette Gäste, nahmen es sportlich, froh immerhin vor dem angekündigten richtigen Sturm Sabine noch nach Hause zu kommen. Ob der Kampf noch aufregender war, als letzte Runde gegen Wesel, kann ich nicht beurteilen, weil ich da fehlte. Aber es war auf jeden Fall unglaublich spannend!

Die Liga ist inzwischen insgesamt in Aufruhr, denn da drei NSV-Teams aus den NRW-Ligen stark abstiegsbedroht sind, könnten bis zu vier Teams aus der Regionalliga den Gang eine Klasse tiefer antreten müssen, wie ein Update auf der NSV-Homepage zum Erschrecken aller jüngst mitteilte! Insofern haben wir heute wohl zuallererst einmal den Klassenerhalt gesichert. Duisburg müsste als Zweiter eigentlich auch auf der sicheren Seite sein und bleibt natürlich weiterhin im Aufstiegsrennen. Alle anderen jedoch müssen zittern. Solingen fällt im Aufstiegsrennen nach einer Niederlage gegen Ratingen II zurück, wobei auch nur sieben Klingenstädter am Start waren und nur knapp mit 3,5:4,5 verloren. Ratingen II hat damit eine gute Ausgangsposition, kann sich aber noch nicht völlig entspannt zurücklehnen, da die Abstiegszone nur 3 Mannschaftspunkte entfernt ist. Kempen punktete etwas überraschend gegen OSC Rheinhausen und bewies einmal mehr, was mannschaftliche Geschlossenheit alles bewirken kann. Allein die Elberfelder SG II, die heute immerhin ein 4:4 gegen unseren letzten Gegner Wesel schafften, sind doch schon deutlich abgeschlagen und auch Moers muss jetzt schnell punkten, um noch einmal heranzukommen. Wir spielen als nächstes gegen Dinslaken II und dürfen uns auf keinen Fall einen Ausrutscher erlauben, um vorne zu bleiben!